Die gelernte Buchhändlerin hat sich am Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit der Bildhauerei gewidmet, vornehmlich Skulpturen aus Holz und Ton. Ihr Lehrer war der berühmte Tiroler Bildhauer Rudolf Millonig, später arbeitete sie auch mit Romed Speckbacher und seiner Tochter Mathilde zusammen. Parallel dazu beschäftigte sich Troppmair-Hölbling mit der Mundartdichtung, die sie als ursprünglichste Form der Literatur ansieht. „Im Vergleich zur Hochliteratur kann man mit der Mundartdichtung viel mehr an Inhalten, Stimmungen und Gefühlen transportieren“, so die Künstlerin. „Eine einfache Redewendung oder ein gut platziertes Dialektwort sagt oft mehr als eine literarische Beschreibung über mehrere Seiten“. Dies kann man auch in einem ihrer drei Bücher nachprüfen, am bestens vielleicht in „Spurn auf der Erdn“ (Berenkamp Verlag, 2004).

Chinesische Tuschmalerei

Troppmair-Hölbling stellt also den Inhalt über die äußere Form, so hält sie es auch bei der Malerei, mit der sie sich seit 2004 ernsthaft beschäftigt. Nach ihren ersten Malversuchen bei ihrem Bruder Franz Hölbling ließ sie sich bei Eva Bodnar (Budapest) und Patrick Mougeot (Frankreich) ausbilden. Bei Xiaolan Huangpu (China) spezialisierte sie sich auf die chinesische Tuschmalerei, deren wichtigste Exponate sie heuer im Kunstr(a)um 2015 in Rum ausstellte. „Die Technik der chinesischen Malerei entspricht meiner Vorliebe, Material und Pinsel gezielt einzusetzen - so, wie meine Gedichte gewollt an japanische Haiku erinnern“. Von den Farben der Fauvisten und von Kandinsky angeregt, suchte sie zuletzt einen Weg, Horoskope abstrakt darzustellen.